Sonntag, 24. April 2016

The new Team in Town


Zusammenfassung 23.04.16:
Der Kampfdecker Shadow, der in einem Fight Club in den Redmond Barrens mit Namen „The Pit“ gelegentlich durch kurze Fights seinen Kontostand aufbessern will schafft es einige Hundert Nuyen zu machen indem er einen Ork aufmischt.

Das ganze wird von der in einem zur Squatterzuflucht umfunktionierten, aufgegebenen Güterbahnhof lebenden Amerindianerin Trya Walks-lika-a-Ghost beobachtet. Sie hatte von einer Squatterin den Rat bekommen sich mal in das Pit zu begeben. Da Trya etwas „besonderes“ an sich habe.

Kurz nach Shadows Kampf gegen den Ork taucht ein Ganger namens Redge auf. Er stellt öffentlich eine  Job in Aussicht. Shadow und  Trya folgen dem Aufruf und bekommen den Auftrag den Anführer und Champion eines wilden Fight Clubs in der Nähe auf zu mischen. Der Mann der Claw genannt wird soll dabei so zugerichtet werden dass er einige Wochen außer Gefecht gesetzt ist. Auch sei Tod wird billigend in Kauf genommen.

Die beiden Akzeptieren für 1000 Nuyen pro Nase. Auf dem Weg nach draußen werden sie von dem Chaosmagier Sparks und der Ökoterroristin Mara angequatscht. Mara ist neu nach Seattle gezogen und wirklich zufällig ins Pit gelangt. Sparks hingegen wurde von einer Connection versetzt. Die beiden haben die Unterredung zwischen Redge, Trya und Shadow beobachtet und wollen nun wissen was Redge wollte. Während Sparks sich als Magier zu erkennen gibt und von Shadow für den lächerlichen Preis von 100 Nuyen für das Unternehmen rekrutiert wird. Kommt Mara eher aus Langeweile mit.

Das Quartett legt die acht Blocks zu Fuß zurück wobei sie Zeuge werden wie die Mitglieder des örtlichen Humanis-Policlub-Ablegers ein Elfenpärchen aufmischen. Trya schreitet direkt zur Tat und greift den Redelsführer der Policluber an. Im weiteren Gefecht werden drei der Policluber getötet, drei weitere schwer verletzt und nur einem gelingt die Flucht über eine Feuerleiter. Von den Opfer der Rassisten kann nur der Mann gerettet werden.  

Schließlich erreichen die Helden einen verlassene, verdreckte und verfallende Montagehalle. Von der Mitte der Halle führt eine Luke über eine Treppe und einen Gang in einen Keller. Dort ist ein einzelner Mann dabei die Gläser abzuwaschen die vom heutigen Abend übrig geblieben sind. Während Shadow sich zunächst erstmal ein Bier bestellt um rauszufinden ob der Mann wirklich der Gesuchte ist. Ergreift wieder Walks-like-a-Ghost die alle nur Ghost nennen die Initaitive und sprinkt über den Tresen um den unbekannten Mann anzugreifen. Dieser hat nur darauf gewartet und reißt eine Schrotflinte hoch. Obwohl Ghost durch eine Schrotgeschoss einen Kratzer abbekommt werden die vier Shadowrunner ohne Probleme mit dem Mann fertig. Lediglich Mara beteiligt sich nicht sondern sichert das Team gegen weitere Gegner ab.

Über das Komlinkt des Barkeepers wird schnell geklärt dass das Opfer die Zielperson, Claw, ist. Ungerührt macht sich Shadow der ein echtes Kraftpaket ist, sich daran Claw alle verfügbaren Gliedmaßen zu brechen. Die anderen Teammitglieder wollen sich diesen Anblick ersparen und warten oben in der Montagehalle. Dort tauschen schließlich alle ihre Komlinknummern aus.

Drumherum: Dauer des Spielsitzung ca 5 Stunden. Karma gab es für alle 4 Punkte und für Trya 5 da sie zweimal entscheidend die Handlungsinitiative ergriffen hat. Insgesamt eher eine Schnupperrunde um die Spieler hinter den Charakteren miteinander bekannt zu machen.

Flash-News 16-04-01

Hoi Chummers,


nachdem wir eine laaange Flaute hatten, unser Decker "Clean" sich leider verabschieden musste und jetzt die Schatten in den ADL unsicher macht und nachdem wir den Sprung auf das 5er System gewagt haben warten nun neue Aufgaben auf unsere Gruppe.


Wir haben außerdem Verstärkung bekommen, die werdet Ihr aber im Laufe des Spiels noch näher kennen lernen.

Dienstag, 28. Juli 2015

Taxi!

Ein Blick auf ihr Komlink verriet Puppet die aktuelle Uhrzeit. Es war jetzt 22:14 Uhr. Keine gute Zeit um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. In Seattle gabe es genaugenommen überhaupt keine guten Zeiten für Elfen um öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. In Seattle fuhr man entweder mit einem eigenen Auto oder mit dem Taxi. Öffentliche Verkehrsmittel waren was für Looser, Junkies, Squatter alle anderen Arten von Opfervolk.

Rasch aktivierte sie den Taxiruf ihrers Komlinks und bestellte per Sprachsteuerung einen Wagen an die Kreuzung 6th Avenue und 2nd Street Northwest. Wenn eine Frau in dieser Gegend zu lange an einem Ort stehen blieb dann hatte sie schneller aufdringliche Verehrer am Hals als ihr lieb sein konnte.

Sie schlenderte gemächlich die Straße hinuter bis zur Ecke, den Blick leicht gesenkt. Viele der Nachtgestalten im Sprawl fühlten sich schnell bedrängt, da reichte oft schon ein zu direkter Blick. Zog man allerdings zu sehr den Kopf ein und erweckte den Anschein schnell aus der Gefahrenzone fliehen zu wollen, dann konnte das ebenfalls einen unerwünschten Kontakt provozieren.

Die Straße hatte sich inzwischen mit dem üblichen metamenschlichen Abschaum gefüllt. Die am Tage eher spärlich bevölkerten Straßen waren jetzt gefüllt mit Lohnsklaven die eine flüchtige Entspannung nach Feierabend suchten und sie mischten sich mit den Squattern, den Gangern, den Gaunern, den Glücksrittern und jeder Menge Soldaten aus dem nahe gelegenen Stützpunkt.

Das Taxi traf zeitgleich mit ihr an der Ecke ein, es war eine der üblichen Bauarten wie sie in diesem Teil des Plexes oft verwendet wurden. Gepanzert und halbwegs geländegängig mit kleinen Fenstern und Scheiben, damit man Fahrer und Fahrgäste nicht so leicht treffen konnte. Die Adresse die sie Aufsuchen sollte lag in Tacoma. Früher als Seattle noch die lebenswerteste Stadt auf dem Kontinent gewesen war, wäre man einfach die Nationalstraße 7 nach Norden gefahren und hätte die Strecke in weniger als einer halben Stunde geschafft, doch jetzt sah Puyallup anders aus.
 


Zwischen Spanaway Lake und der ehemaligen Interstate 512 hatte sich zig keinere Gangs und mehr oder minder rassistische Gruppen angesiedelt die jeweils ein drei oder vier Straßen besetzten und mit den anderen Gruppen um die Kontrolle über die von Norden nach Süden führenden Nationalstraße 7, die man jetzt, wo es die Nation eigentlich kaum noch gab, eben Pacific Avenue nannte. Dort entlang zu fahren war inzwischen ein Abenteuer. Wer immer dort gerade das Sagen hatte richtete unter Berufung auf irgendetwas immer einen Kontrollpunkt ein andem jeder der dort lang wollte ordentlich zur Kasse gebeten wurde und da die Metamenschen im Puyallupdistrict die Oberhand hatten, wurden Norms von allen anderen ausgenommen und als Elfe hatte man eine riesen Chance auf jemanden zu treffen der eben gerade Elfen nicht mochte. 

Es war also ratsam eine Umgehungsroute zu wählen und die führte weiter östlich über die Reste von Fredrickson und South Hill und verlängerte die ganze Fahrt auf etwa 50km. Das würde keine besonders preisgünstige Reisealternative werden. Aber manchmal war es besser man gab ein paar Nuyen mehr aus, denn was sich ein Duzend Orkganger alles einfallen lassen konnten, nun, das wollte sie sich nicht ausdenken. Da war es erfolgversprechender, es mit den Kontrollen der größeren Enklaven von Fredrickson und Hidden Valley zu versuchen.   
Der Taxifahrer war ein Ork. Puppet gab ihm ihr Ziel an und bestätigte, dass sie mit der Umfahrung über die östliche Strecke einverstanden war. Der Fahrer empfahl seinem Fahrgast noch die Panzerweste anzulegen. Man wisse ja nie was den Typen da draußen so einfällt, doch Puppet verzichtete. Dann rollte der Wagen los und schnell wurde klar wozu man die Geländeaufhängung benötigte.


Während der Fahrt fing der Ork an zu reden. viele Fahrgäste im Plex erwarteten von einem Taxifahrer dass er neben der Fahrt auch noch etwas Unterhaltung bot und sie nebenbei sicher ans Ziel brachte. Fahrer und Fahrgast waren durch ein Gitter welches die Fahrerkabine umgab voneinander getrennt. So sollte sicher egstellt werden, dass nicht der Fahrgast zum Grudn eines unnatürlichen Todes des Fahrers wurde. Der Ork fuhr manuell und verzichtete wie die meisten Taxifahrer daruf den Rigg-Link zu verwenden. Ein Rigger der sich in eien Fahrzeug einstöpselte wurde buchstäblich zu seinem Fahrzeug. Leider bekam er wenig davon mit was sich im Inneren des Fahrzeuges abspielte also weder wenn man ihn gerade durch das Gitter erschoss, noch wenn man gerade seine Kasse plünderte.  Darum fuhren die meisten Taxistas eben noch von Hand.

Nach dem Ausbruch des Mount Rainier 2017 hatte sich im südlichen Teil des Districtes ein riesiges Flüchtlingsghetto gebildet. Die Leute hausten in den ausgebrannten und verwüsteten Ruinen die sie mit Brettern, Styropor und selbstgemauerten Trennwenden irgendwie wieder bewohnbar gemacht hatten. In vielen Orten lebte man ohne überflüssigen Schnickschnack wie Strom, sauberes Wasser oder Müllabfuhr und genau so sah es dort eben auch aus.

Der Vulkan war seit 2029 war der Vulkan erneut aktiv. Immer wieder spuckte er Aschewolken aus die dann meiste über Puyallup oder sgar in Tacoma oder Seattle nieder gingen. Jedenfalls hatte sich im Laufe der Jahre eine ganz ordentliche Ascheschicht über das District Puyallup gelegt. Die Straßenbeleuchtung wahr weitestgehend ausgefallen und viele Straßen waren inzwischen eher zu Aschepisten verkommen. Im Sommer staubig im Winter eine glitschige zähe Masse. Nur hier und da konnte man Anhäufungen von Lichtern sehen. Ein solcher Lichterhaufen befand sich vor ihnen.

Es war Fredrickson. Eine ehemals blühende Kleinstadt die jetzt weitestgehend von Metamenschen bewohnt wurde, überwiegend Orks und Zwergen.  Das nordöstlich gelegene South Hill war mal bis an Fredrickson heran gewachsen, inzwischen trennten die beiden Enklaven aber ein etwa 500meter breiter Ruinenstreifen. In diesem Gebiet lief man Nachts besser nicht herum. Es gab nur zwei Arten von Menschen die sich dort aufhielten, die die nichts mehr außer ihrem Leben hatten und die die denen auch noch das wegnahmen. Nein, im ernst, sagte der Ork, wer es irgendwie schaffte, suchte eine der Ortschaften im District auf.

Fredrickson und auch South Hill passierten das Taxi problemlos, zwar wurden einmal von der Citizens Security Force angehalten und einmal von einer Gruppe die sich South Side Squad nannte, aber keine der beiden Gruppen machte dem Taxi ernsthaft Schwierigkeiten. Leute die wirklich in die reichen Ecken von Puyallup wollten machten sich nicht die Mühe einer Fahrt mit einem Bodenfahrzeug.
Aber während sie Fredrikson und South Hill durchfuhren konnte Puppet die Armut der Leute dort beobachten.

Zuviele der Flüchtlinge lebten auf zu engem Raum zusammen. Verdreckte Kinder die um Pfützen saßen und mit ausgeblichenen und billigen Plastikfiguren spielten, hutzelige alte Orks die auf Handkarren und durchhängenden Tapeziertischen allen möglichen Tinnef zum verkauf anboten hier und da mal ein Stand der irgendeinen Brei aus einem gewaltigen Kessel offenbar als Nahrung verkaufte.

Die beste Möglichkeit in einem Viertel wie diesem ein halbwegs sicheres Auskommen zu haben bestanden darin teil der jeweiligen Gang zu werden die gerade am Drücker war und zu hoffen, dass sie am Drücker blieb. Darum sah man auch zahlreiche, meist schwer bewaffnete Ganger in Gruppen zusammen stehen, viele von ihnen noch halbe Kinder und die die älter waren trugen Stolz ihre Narben zu Schau.

Nachdem sie South Hill passiert hatten ging es auf der 512 nach Westen. Die Straße wurde besser und das Umfeld nahm eine zunehmend urbanen Eindruck an. Als Parkland erreicht war hatte die Civilisation Puppet wieder. Von hier aus ging es noch ein paar Meilen bis zur Aurora Avenue in Tacoma, dem Wohnort von Tequilla Tony.

Der Ork hatte fast die ganze Fahrt über wie ein Wasserfall geredet. Ein Verhalten dass manche Männer in Puppet‘s Gegenwart an den Tag legten, vielleicht wollte er sie aber auch nur so mit Daten überfluten dass sie die Rechnung von rund 87 Nuyen nicht mitbekam. Nun ja man fuhr auch nicht jeden Tag eine geschlagene Stunde im Taxi herum.

Puppet hielt ihren Credstick geben den Buchungssensor, bedankte sich führ die Fahrt und stieg aus.



Quelleangaben:


Taxi: ein Nachbearbeitetes Bild das ich unter gefunden habe:
https://rabenwelten.files.wordpress.com/2008/07/timur_mutsaev_-_technic_09.jpg
Slum: Ausschnitt eines Bildens von:
http://orig06.deviantart.net/8f67/f/2011/070/9/a/slums_by_atomhawk-d3bdzz5.jpg

Sonntag, 19. Juli 2015

In die Schatten...

Puppet schaut hinaus durch die beschlagenen Scheiben. Mehr als zwei tausend Jahre nach Christus und noch immer hatten die in der Bude nichts eingebaut um die beschlagenden Scheiben am Abend zu verhindern. Draußen regnete es die übliche saure Suppe.
Puppet war aufgeregt, wie immer wenn sie sich mit Stiletto traf. Sie zog sich schnell eine Jeans und einen Pullover an und streifte dann einen dunkelgrauen Regenponcho über. Die langen dunklen Haare band sie sich zu einem Pferdeschwanz zusammen.

Kurz überlegte Puppet ob sie nicht eines der Küchenmesser mit nehmen sollte. Immerhin war sie im Begriff sich von einem Straßenmädchen, einer verlorenen Seele unter vielen und einem gejagten Opfer, zu einer wirklichen Kriminellen zu entwickeln, zu einer Söldnerin, zu einem Schattenläufer.
Jeder kannte Shadowrunner aus dem Trideo. Knallharte Actionjunkies die weder Tod noch Teufel fürchteten und mit ratternden Maschinenpistolen die halsbrecherischsten Stunts überlebten. Was sollte Stiletto von ihr halten wenn sie unbewaffnet zum Treffen auftauchte? Andererseits, ein Küchenmesser sah aus als hätte sie nichts Besseres. Garnichts mit zu haben ließ sie wenigstens cool wirken, so als hätte sie es nicht nötig.

Schnell schlüpfte sie ins Treppenhaus und fragte sich warum sie sich jetzt schon umguckte. Im Treppenhaus roch es nach altem Hausmüll und im Fahrstuhl roch es nach Pisse.
Puppet zog die Kapuze tief ins Gesicht als sie die Straße betrat. Es war nicht besonders klug in einer Gegend wie dieser allzu offen zu Zeigen dass man einen Frau im besten Alter war.

Die Straße war recht leer. Der Regen trieb die Leute in die Bars, unter die Metrobrücken oder ließ sie sich unter den Schirmen und Markisen der verschiedenen Fressstände zusammendrängen. Sie mochte den Regen. Während des Regens und kurz danach roch die Luft immer so sauber. Wenn man die Augen schloss konnte man sich vorstellen man sei irgendwo anders, irgendwo wo es schön war, so wie auf den Holos der Reiseunternehmen.

Bis zum Loveland Quinns war es nicht weit. Es lag genau im Turf der Chulos. Die Chulos waren ihre Gang. Sie hatte eher zufällig Anschluss gefunden. Von ihrer Zeit aus New York wusste sie wie man sich zu verhalten hatte und wenn man einer Gang gegenüber Respekt zeigte und nicht zu habgierig auftrat konnte man gut mit ihnen leben. Die meisten Gangs waren wie normale Unternehmen. Man konnte bei ihnen Sachen oder Dienste kaufen die man eben nicht im Stuffer Shack kaufen konnte und genauso wie die Kons passten die Gangs auf ihr Gebiet und ihrer Leute auf und versuchten Vorteile gegenüber den anderen Gangs zu bekommen. Sie waren sozusagen kleine Firmen die die Leute eines Viertels selbst gegründet hatten um Schutz, Sicherheit und Ordnung zu bekommen ohne den Stress mit den Ämtern zu haben. Private Sicherheitsfirmen machten den Job auch nicht besser und vor allem kannten sie die Leute nicht, auf die sie aufpassten. Die Gangs kannten ihre Viertel und jeden Bewohner darin.

Stiletto war quasie eine Unternehmerin. Anfangs sagte man war sie nur die Schnalle von Rubio, dem Gangboss. Rubio war der härteste Macker im ganzen Turf. Es hieß, dass er schon mehr als ein Duzend Razor Heads auf den Friedhof gebracht hätte. Stiletto hatte sich allerdings als kluge Planerin und fürsorgliche Anführerin erwiesen die stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihre Leute hatte, über jedes Gerücht im Turf Bescheid wusste. Daher wurde sie bald für Rubio zu einer Art Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit. Die Leute im Viertel wollten nichts von den Drogengeschäften, den BTL-Chips und den illegalen Bordellen und Spielcasinos wissen. Es genügte wenn die Chulos dafür sorgten dass an den Schulen nicht geschossen wurde und dass sich nicht andere, noch schlimmere Kriminelle, die Straßen zwischen Fruitland Avenue, Pioneer Avenue und der Interstate unter den Nagel rissen. Stiletto hörte sich an was die Leute auf dem Herzen hatten und deichselte es dann irgendwie so, dass Rubio sich darum kümmerte.

Puppet bog in die 6th Avenue ein als der Regen aufhörte. (Ortskunde Puyallup MW 5, fordernd, da geschichtliche Frage zu Puyallup. 3 und 5 = 1 Erfolg.) Die einstmals sehr flache Bebauung von Puyallup war nach den Sezessionskriegen aufgrund des sprunghaften Anstieges der Baulandpreise mehr und mehr zu einer Bebauung mit drei bis fünf Geschossen geworden. Schon von der Kreuzung aus konnte Puppet den Eingang des Loveland Quinn’s erkennen. Gerade verließ ein Mann den Club und ging zu einem der Autos. Auf dem weitläufigen Parkplatz standen zahlreiche Militärfahrzeuge aber auch zivile Autos. Er bewegte sich auf einen Ford Americar zu. Ein zweiter, kleinerer Mann, eindeutig ein Zwerg trat kurz nach ihm aus dem Eingang und folgte dem größeren Mann schnellen Schrittes.  

Sie überquerte die 6th Avenue und näherte sich dem Eingang. Die beiden Männer auf dem Parkplatz schienen ein Gespräch zu beginnen. Maria konnte nicht genau verstehen um was es ging und es ging sie auch nichts an. Die Körpersprache der beiden zeigte aber an, dass die beiden irgendwas auszudiskutieren hatten. Hatte der eine etwa die Nutte des anderen besetzt? Egal, es ging sie nichts an.  
(Die beiden Männer zu sehen ist nicht besonders schwer. Sie allerdings soweit zu registrieren und aus den anderen Wahrnehungen heraus zu filtern ist schon eine recht schwierig, Mindestwurf 6-7. Puppet wirft eine 2,3,3,5 und 6. Sie hat einen Erfolg und bemerkt lediglich dass die Beiden nach draußen gehen und miteinander reden.)

Das Loveland war ein Club indem die meisten Frauen auf der Gästeliste stehen mussten, besonders wenn sie so gut aussahen als würden sie dort arbeiten können. Scott, der Besitzer, hatte natürlich kein Interesse daran, dass ein Überangebot, den Hausnutten das Geschäft ruinierte, denn das würde auch seine Geschäfte mit den Chulos gefährden.


Die Elfe näherte sich dem Türsteher, einem rotblonden, knapp zwei Meter großen Ork mit mehreren unattrakiven Narben im Gesicht. Die braunen Stickereien auf den Schultern seiner Kunstlederjacke wiesen ihn als Mitglied der Chulos aus. Puppet beschleunigte ihre Schritte auf den letzten Metern etwas und blieb fast aufreizend dicht vor dem Mann stehen. „Hoi, Chummer, wie geht’s?“.

Obwohl Puppet ebenfalls ein Mitglied der Chulos war kannte sie den Typen nicht und es war unwahrscheinlich dass er sie kannte, auch ihre Jacke in den Farben der Gang hatte sie zu Hause gelassen, sie musste also irgendwie so durchkommen. Der leichte Luftzug aus ihren Bewegungen und die Nähe zu ihm würden wahrscheinlich schon genügen. Der Mann sah sie an und seine Augen wanderten einmal von oben nach unten und zurück nach oben über ihren Körper. „Hoi. Alles klar. Stehst Du auf der Gästeliste?“ antwortet er.

„Nein, leider nicht. Meinst Du, ich kann drinnen mal kurz nach meiner Freundin gucken?“, sie schenkte ihm ein Lächeln der Marke schutzbedürftiges Reh.
„Naja, wennu nich aufer Liste stehst…“, versuchte der Ork hart zu bleiben, dessen Blick am Hals der Elfe hängengeblieben war, dort wo er sich unter dem Regenmantel verlor.
„Ist doch nur für ne Minute, sie ist wahrscheinlich eh nicht da.“, mit einem verschwörerischen Augenaufschlag sah sie ihn an.
(Der Ork ist Wirft auf der Rassismustabelle 2W und erhält einen 6+3-6=3 Rassismuspunkte. Auf der Auswahltabelle wirft er eine 3. Das heißt er ist rassistisch gegen Elfen. Seine Intelligenz ist 4. Der Türsteher steht Puppet im Grunde wie jedem anderen Gast gegenüber. Das Ergebnis dieser Situation, Puppet umsonst in den Club zu lassen, wäre für den Türsteher wahrscheinlich belanglos. Daher ergibt sich ein Mindestwurf von 4+3 = 7 weil der Ork ein Rassist gegenüber Elfen ist. Puppet würfelt mit ihrer Fertigkeit Verhandeln 2. Da sie aber maßgeschneiderte Pheromone der Stufe zwei hat, erhält sie zwei zusätzliche Würfel. Sie erzielt eine 1,2,2 und 6, die Sechs wird hochgewürfelt und ergibt eine 4, damit lautete Puppet Würfelergebnis 1,2,2,10. Ein Erfolg genügt um den Ork dazu zu bringen Puppet in den Club zu lassen. Allerdings wird er genau kontrollieren wann sie wieder heraus kommt. Um das zu verhindern hätte Puppet mehr Erfolge benötigt.)

Noch einmal musterte der Türsteher die Elfe und brummte dann „Du hast fünf Minuten.“, während er sie mit dem Daumen hinter sich winkte. 

Die dunkelhaarige Elfe zupfte ihren Poncho zu Recht und ging ins Innere des Lovelands. Wie bei den meisten Nachtclubs wurde auf einen Garderobebereich verzichtet. Wer hier her kam wollte unerkannt bleiben. Vom Eingang aus blickte man direkt auf die kleine Bühne, dort räkelten sich bereits eine Orkin und eine Zwergin und eine brünette Normfrau. Eine größere Gruppe Soldaten hatte es sich bereits an den Tresen links und rechts der Bühne oder auf den zahlreichen roten Venylsofas mit einem Drink bequem gemacht, aber die Stimmung war noch verhalten. Die Mädels auf der Bühne waren sicher erst das Vorprogram. An beiden Seiten des Raumes führte eien Treppe nach oben auf eine Galerie. Auf der Galerie waren weitere Tische in Nieschen bereit gestellt.

Puppet suchte sich einen Weg zur Bar. Hinter dem Tresen stand eine rothaarige Norm in einem pinkfarbenen Bikini. Als Puppet ihre Aufmerksamkeit hatte, fragte sie, so als wäre es der Weg zur nächsten Metrostation: „Is Stiletto hier?“

(Hier fällt eine Probe für Gebräuche an. Tonfall, Körpersprache und Mimik sorgen laut Spielleiter dafür dass das Mädchen hinter der Bar Puppet nicht für einen Cop hält. Diesesmal fallen keine Rassismus Modifikatoren an. Da Stiletto der Barkeeperin gesagt hat, dass sie auf jemanden wartet und die Barfrau Stiletto auch nicht in die Geschäfte reden soll ist das Ergebnis eines Treffens entweder unbedeutend für sie oder sogar gut wenn es zu Stande kommt. Wieder geht es gegen die Intelligenz der Bardame, die beträgt 4. Puppet würfelt mit „Gebräuche Gangs Seattle“ mit vier Würfeln: 2,3,3,6. Damit hat sie einen Erfolg und die Bardame gibt ihr die gewünschte Information.)

„Separee Drei. Was Trinken?“ fragte die Rothaarige.
Die angehende Schattenläuferin bestellte ein Soybier und drückte ihren Credstick auf den Transponder.
Das Separee war auf der Balustrade angelegt und stand offen, eine im Halbrund angelegte Sofabank. Auf dem Gang vor dem Separee lungerten zwei von den Chulos herum. Vielleicht waren es Leibwächter für Stiletto die braunen Lederjacke machten das wahrscheinlich. Pupett konnte gerade noch drei Frauen und zwei Männer auf dem Sofa erkennen bevor der eine Ganger ihr den Weg versperrte.

„Wir haben genug Nutten hier.“, grinste der Latino sie an.
Die Elfe ließ die Hände an den Seiten herunter hängen und sagte ruhig: „Ich bin auch nicht wegen der Schwänze hier. Ich hab ne Verabredung mit Stiletto.“
(Dieser Ganger ist etwas heller als der übliche Straßenabschaum, darum legt der Spielleiter einen Mindestwurf von 5 fest. Der Leibwächter hat keine rassistischen Vorurteile. Puppet würfelt mit ihrem Gebräuche (Gangs Seattle) und hat vier Würfel zur Verfügung. Auch hier kommen ihre Pheromone zum Tragen, also sechs Würfel: 1,1,3,3,3 und 5. Die Pheromone bescheren ihr den einen notwendigen Erfolg.)

Der Ganger trat zur Seite und schaut einen dunkelhaarige Frau an, die am Tisch auf dem Sofa saß und ein Cocktailglas langsam zwischen den Fingern hin und her drehte. Puppet ging auf den Tisch zu und wurde plötzlich unsicher. Was sollte sie sagen? Sollte sie cool tun? Immerhin wollte sie Shadowrunnerin werden, sich also aus der Masse der BTL-Junkies und anderen Freaks erheben also musste sie Stiletto einen guten Eindruck von sich vermitteln.

Stiletto, die wie immer einen VR-Brille trug drehte den Kopf in ihre Richtung. Dadurch konnte man die seite ihres Schädels sehen die sie ausrasiert hatte. Stiletto trug nichts braunes. Die Zugehörigkeit zur Gang drückte sie durch ihre Haarfarbe aus die in einem satten Kastanienbraun gefärbt waren. Sie trug ein schulterfeies Neckholderoberteil so dass man ihre Neotribalstatoos sehen konnte. Unter der Panasonic-VR-Bille zeichnete sich ein Lächeln ab, welches durch die verspiegelten Gläser kalt und seelenlos wirkte. Einer der Männer war Rubio. Puppet kannte ihn. Er saß in der Mitte des halbrunden Sofas und hörte dem anderen Mann zu.

(Dieser Mann macht den Einkauf für einen Club an der Pioneer-Avenue, etwas außerhalb des Gebietes der Chulos. Puppet wirft auf ihre Wissenfertigkeit Nachtclubs Seattle drei Würfel um zu sehen ob sie den Mann kennt. Der Spielleiter legt fest dass es sich um Tiefgehendes Wissen handelt, da der Einkäufer eines Clubs ja eher selten in der Öffentlichkeit steht. Der Mindestwurf beträgt 8. Puppet wirft 2,3 und 5. Sie hat also keinen Schimmer wer der Mann ist mit dem Rubio da redet. Mit einer Gebräuche-Probe gegen 3, sie wirft eine 3 und 3, schätzt sie die Unterhaltung, anhand der Körpersprache der beiden Gesprächspartner aber zutreffend als geschäftliche Verhandlung ein. Da sie zwei Erfolge hat, durchschaut sie sogar, dass die beiden wahrscheinlich Frauen als kleine Ablenkung von Rubio neben seinen Geschäftspartner platziert wurden.)

Stiletto
 Stiletto winkte Puppet zu sich: „Hola, Maria, que tal, querida?“
Sie forderte Puppet auf sich an den Rand des halbkriesförmigen Sofas zu setzen. Für die beiden Männer war sie nur eine weitere Nutte die sich Stiletto hatte an den Tisch kommen lassen und so nahmen die beiden keine Notiz von ihr. Den zwei anderen Frauen war es egal, solange sie bezahlt wurden.

„Du suchst also Arbeit?“, begannt die Gangschieberin das Gespräch. Puppet nickte. Sie war zu aufgeregt zum sprechen, ihr erster Schattenlauf kündigte sich an.
„Also gut. Du bist kein harter Kerl sonder eher eine die es mit Unauffälligkeiten probieren muss. Hab ich Recht oder bin ich falsch informiert?“
Puppet nickte erneut: „Bisher haben sich immer andere für mich geprügelt.“

Sitletto lächelte flüchtig nahm einen Zug von ihrer Zigarette und nickte dann: „Bueno. Ich habe was für ein Mädchen wie Dich.“
„Alles was Du willst, solange ich dabei keine Schwänze bearbeiten muss.“
„Du bist darin einfach am besten.“, argumentierte Stiletto, lenkte aber gleich ein als Puppet zu einer energischen Erwiderung ansetzte. „Ok, ok, aber Fakt bleibt Fakt, Querida, wenn ich jemanden kennen würde der Dich groß raus bringt wärest du schon lange ein SimStim-Star.“, sie lachte.

Puppet wurde ernst, sie wollte nicht über Phantasien schwärmen aus denen sowieso nichts werden würde: „Was soll ich erledigen?“
Die Dealerin wischte einige Fenster aus dem Sichtfeld ihrer VR-Panasonic und hinter dem undurchsichtigen Kunststoff richteten sich ihre Augen auf Puppet.

„Es ist eigentlich recht einfach.“ begann sie, und die junge Elfe war noch nicht erfahren genug um zu wissen, dass diese Aufträge meist die gefährlichsten waren. „Kennst Du Tequilla Toni, den Typen der oben in Everett am Hafen wohnt?“ Maria wie Puppet eigentlich hieß verneinte.
„Okay ich schick dir die Adresse.“ Eine wischen durch die virtuellen Fenster und eine Klicken später vibrierte Puppets Komlink und sie wusste dass sie die Adresse hatte: „Was soll ich da machen.“
„Du klingelst einfach nur. Er wir dich rein bitten und Dir eine Adresse und noch etwas geben. Das was Du bekommst bringst Du zu der Adresse die er dir gibt. Verstanden?“
„Was denn? Was wird er mir geben?“, Puppet merkte wie die Spannung sie beinahe überwältigte. Ihr erster Shadowrun. Sicher war es eine geheime Botschaft mit brandheißen Daten über irgendein übles Konzernverbrechen.

„Es wird eine Kaffekanne sein, irgendsone Art Behälter eben. Aber es ist klein genug dass Du es in deine Handtasche stecken kannst.“, sagte Stiletto und die Panasonic richtete sich direkt auf die Schattenläuferin während Stiletto am Strohhalm ihres Cocktails saugte.
„Und was ist drin in der Kaffekanne?“
Man konnte sehen wie Stiletto hinter der VR-Brille mit den Augen rollte. Auch wenn man die Bewegungen ihrer Augen nicht sehen konnte, so war es doch eindeutig. „Dios! Stell Dir einfach vor es ist Kaffee drin und du bist die scheiß Früstücksfee!“, Stiletto klang plötzlich gereizter als Puppet es erwartet hätte.   

Puppet ärgerte sich dass Stiletto, welche sie für eine Freundin hielt sie so abkanzelte und fragte nun ebenfalls gereizt: „Si, claro, und wenn der Kaffee plötzlich explodiert, dann ist das wohl pech, hm?“.
Stiletto seufzte: „Es ist nix was explodiert und nix was irgendwie gefährlich ist solange Du nicht damit in Berührung kommst. Genau weiß ich es auch nicht. Aber es explodiert auf jeden Fall nicht. Details musst Du dir von Tequilla Toni holen, claro?“

Puppet nickte. „Claro. An welcher Stelle lohnt sich das alles für mich?“ fragte sie. Sie war im Begriff sich nun auf gefährlichere und deutlich illegalere Sachen einzulassen als sie es in ihrem Leben zuvorg getan hatte und wenn sie schon anfing wirklich illegale Sachen zu machen dann sollte es sich wenigstens lohnen.

Die meisten Prostituierten arbeiteten zwar in den UCAS auch mehr oder weniger illegal, aber die Cops steckten eine Hure meistens nur für vierundzwanzig Stunden in den Bau, dann kamen die ganzen Gesundheitschecks und wenn man nicht gerade irgend eine fiese Seuche, gab‘s nen Eintrag auf der SIN, der sich meist in der Gesellschaft zahlreicher anderer Einträge ganz wohl fühlte, und man musste was bezahlen. Nach vierundzwanzig Stunden kam meistens irgendein Zuhälter oder einer seiner Freunde vorbei, hinterlegte das Bußgeld und nahm das entsprechende Mädchen mit bevor ihre Stammkunden sich anderweitig orientierten. 

Schwierig wurde die Prozedur eigentlich nur wenn man entweder keine SIN hatte und sich somit Illegal in den UCAS aufhielt oder aber wenn man es mit korrupten Cops zu tun bekam, denn die schreckten nicht davor zurück einem irgendwas anzuhängen wenn sie nicht ne Freinummer bekamen. So oder so, Puppet wusste dass sie niemals soviel Geld zusammenvögeln konnte um sich irgendwo zur Ruhe zu setzen. Nicht wenn man bedachte, dass man als Hure entweder einen frühen und meist unbeachteten Tod fand wenn man frei arbeitete, oder aber man vertraute sich einem Zuhälter an was die Zeit bis zum Renteneintrittsalter um ein vielfaches erhöhte. Je illegaler das war was man machte, um so größer der Gewinn. So hatte Maxwell es ihr einmal erklärt. Maxwell war ihr erster Zuhälter gewesen, als sie noch in New York gelebt hatte. Er war es letztlich dem sie ihren aktuellen gesellschaftlichen Stand zu verdanken hatte. Ob das gut oder schlecht war, wollte sie nicht entscheiden. Klar hatte sie sich als kleines Mädchen nicht vorgestellt einmal Hure zu werden, andererseits war ihr als Kind auch noch nicht bewusst gewesen, dass einen die Leute auch nicht gerade dafür abfeierten wenn man sich als Elfe aus dem Tir nach Seattle traute. Es galt das Gesetz das überall galt. 

Wenn man Geld hatte, dann hatte man ein schönes Leben. Wenn man kein Geld hatte musste man eben sehen wie man zurechtkam. Marias größtes Kapital war nun einmal zweifelsohne ihr Aussehen und in einer Welt in der jeder vermarktete was er eben hatte, vermarktete sie eben das.
Ein Shadowrun hingegen musste sich lohnen. Mehr Risiko, mehr Gewinn, so hatte Maxwell es immer gesagt und nun ging sie ein Risiko ein und da sollte auch der Gewinn entsprechend sein.
„Querida,“ begann Stiletto, “es ist nicht so, dass Du Mitsuhama ans Messer liefern sollst oder so. Du sollst einfach nur die Kaffekanne die Du bekommst zu der Adresse bringe und sie dort abliefern. Eigentlich nicht schwer. Ich denke das ist nen Job von vielleicht zwei Stunden.“ Sie legte einen beglaubigten Credstick auf den Tisch. „Das sind fünfhundert Nuyen. Das sollte ausreichen.“
Puppet dachte sie hätte sich verhört. In New York hatte sie für eine Stunde Arbeit einen Tausender bekommen, als sie Kunden aus dem gehobenen Management gebumst hatte. „Fünfundert? Estas un chiste?“

„Es ist nen Botenjob, jeder bescheuerte Postbote macht das, jeden Tag.“ argumentierte Stiletto.
„Na dann solltet ihr es vielleicht mit der Post schicken. Ich verdiene das Vierfache wenn ich in der Zeit einen Kunden bumse.“

(Puppet feilscht gerade. Stiletto hat mit einem Wurf von zwei auf der Rassismustabelle keine Vorbehalte gegen Elfen und außerdem gibt ihre Willenskraft ein Grundmindestwurf vor 5 vor. Stiletto ist Puppet gegenüber eher freunschaftlich gesonnen was einen Mindestwufmodifikator von -1 ergibt. Das Ergebnis mehr zahlen zu müssen ist nachteilig für Stiellto also + 2. Der Mindestwurf beträgt also insgesamt 6. Puppet würfelt mit Gebräuche (Feilschen) und kann außerdem einmal mehr ihre künstlichen Pheromone einsetzen, sie ist nah an Stiletto dran. Ihre maßgeschneiderten Pheromone vermitteln Stilettos Unterbewusstsein also permantent dieses Gefühl das Puppet gerade hat, nämlich ungerecht behandelt zu werden. Zwei zusätzliche Würfel also für Puppet 1,1,2,4,5 und 6. Somit hat sie es mit einem Erfolg geschafft. Allerdigs ist ein Erfolg auch kein überwältigendes Ergebnis)

„Okay, bueno. Tausend Nuyen und Du kannst deinen Rücken schonen.“
Puppet nickte: „Bueno. Aber ich arbeite gegen Vorkasse.“
„So ka. Aber pass auf dass Du nicht auf dem Weg falsch abbiegst, verstanden?“
Puppet lächelt und nickte: „Nein, das wollen wir doch nicht.“ Innerlich war sie so aufgeregt dass sie kaum ein Zittern ihrer Hände unterdrücken konnte.


Stiletto wischte auf den virtuellen Displays herum ihre Finger huschten über ein Schaltfeld dass nur sie sehen konnte und eintausend neue Yen wurden von ihrem Konto abgebucht und auf das Konto von Maria Arantxa Sanchez überschrieben. Puppets Name den sie bisher getragen hatte. Sie überlegte dass es sicher gut wäre sich irgendwann ein unauffälligeres Nummernkonto zuzulegen oder sich mit beglaubigten Credsticks bezahlen zu lassen. Ihr Komlink vibrierte kurz und ihr wurde der Eingang des Geldes bestätigt. Eine Monatsmiete in einer Stunde verdient.



Puppet nickte, lächelte Stiletto an. Sie wollte noch irgendwas sagen. Sie war Stiletto dankbar, dass sie ihr diese Chance gab Geld zu verdienen zu können ohne sich ausziehen zu müssen. Aber hier war der falsche Ort solche Gefühlsasbrüche zuzulassen. Hier im Loveland war man cool. Sie blickte einen kurzen Moment nach unten und sah dass Stiletto einen Anhänger um den Hals trug. Eine silberne kleine Mondsichel. Puppet liebte die Nacht. Sie hatte immer den Eindruck gehabt dass in der Nacht die Dunkelheit nur die unwichtigen Dinge verdeckte so dass das Wesentliche klarer erkennbar war. Wann immer sie in ihrem Leben gute Einfälle gehabt hatte, waren die ihr bisher immer nachts gekommen.  Sie blickte Stiletto an.



„Gracias.“,  sagte sie dann leise und stand auf. Gerade als zwei Frauen auf der Galerie an ihrer Sitzgruppe vorbei gingen. Eine große durchtrainierte Soldatin mit kurzrasierten Haaren und einem Kreuz dass den meisten Männern den Neid ins Gesicht getrieben hätte. Die andere war eine hübsche junge Schwarze in einem langen Panzermantel. Eigentlich viel zu jung um in einem Laden wie diesem zu arbeiten.  Die Soldatin in ihrer grauen Camouflageuniform hatte den Arm locker um das Mädchen gelegt und steuerte mit ihrem Aufriss auf eines der Separées zu. Puppet hatte auch schon mit Lesben zu tun gehabt. 

Viele Leute dachten dass eine Nutte in ihrer Freizeit nichts mehr von Männern wissen wollen müsste. Aber so war es nicht. Puppet stand immer noch auf Männer aber Frauen hatten den großen Vorteil dass sie überhaupt verstehen konnten wovon Puppet manchmal redete ohne dass ihnen sofort irgendein Beschützerinstinkt irgendwelche bescheuerten Ideen einimpfte. Trotzdem hatte Puppet es nie besonders anregend gefunden mit einer Frau zu schlafen. Aber wahrscheinlich waren die Frauen die sich andere Frauen für Sex kauften auch nicht egarde die besten Vertreterinnen ihrer Art.

Sie ging die Galerie bis zur Treppe entlang zog die Kapuze ihres Regenponchos wieder über den Kopf und stieg dann auf die untere Ebene des Clubs hinunter. Vorbei an einem anderen UCAS-Marine der gerade zur Erheiterung seiner Kammeraden einen Vorgesetzen imitierte. 

Geschickt wich sie einer Hand aus die sich dreist einen Weg zu ihrem Po suche und durch das Gedränge der vielen Soldaten in dem Club sah sie eine Gestalt die sie schon gesehen hatte. (Wahrnehumgswurf auf Intelligenz, Mindestwurf 8. Der Wurf ist 6,6,6,5 und 3. Die Sechser werden hochgewürfelt. 6,4 und 1. Es ergibt sich also 12,10,7,5,3. Zwei Erfolge.)  

Es handelte sich um einen Zwerg der an einem der Tische saß und immer wieder auf die Gallerie schaute, dort hin wo Rubio und Stiletto saßen. Es war einer der Männer die sie vorhin auf dem Parkplatz an dem Ford Americar gesehen hatte. Er hatte ein Schwert auf dem Rücken getragen und der Griff des Schwertes lugte jetzt unübersehbar über seine rechte Schulter. Warum war der Typ wieder in den Laden gekommen nachdem er schon draußen war?  Den anderen konnte sie nicht sehen. Er schien nicht bei dem Zwerg zu sein denn der hatte sich eine Zwergin an seinen Tisch geholt und sie schien ihm irgendwas Aufregendes zu erzählen.

Puppet entschied sich, dass das alles sicher keine Bedeutung hatte. Wie oft passierte es, dass man denselben Leuten die man gerade getroffen hatte noch einmal begegnete?  Puppet verließ das Lovelands schließlich warteten da draußen Schatten auf sie. Schatten in denen sie laufen sollte.




Quellenangaben:
Außenansicht des Loveland Quinn: http://fc03.deviantart.net/fs70/f/2013/170/0/1/jerry_s_by_phade01-d69tqud.jpg
Innenimpression des Loveland Quinn: http://pre09.deviantart.net/5d71/th/pre/i/2014/039/7/1/cyberpunk__night_club_by_dsorokin755-d75lf02.jpg
Stiletto: http://pre03.deviantart.net/294b/th/pre/f/2013/019/8/5/cyberpunk_by_pixeluna-d5s16su.jpg